Heute sind sie wieder unterwegs – die Sternsinger . Jugendliche, verkleidet als die drei Könige aus dem Morgenland. Sie kommen wie jedes Jahr an die Haustüren, um für Kinder zu sammeln, die in Not sind. Sie machen sich auf und bitten für Notleidende um ein Zeichen unserer Liebe.

Aber sie wollen nicht nur unsere Spenden – sie bringen uns auch etwas mit – ein Zeichen der Liebe Gottes! Mit Kreide schreiben sie es an die Haustüren – 2017 C M B.  Als Kind dachte ich immer das seien die Anfangsbuchstaben der drei Könige – Caspar, Melchior und Baltasar. Inzwischen weiß ich: Die Buchstaben CMB stehen für den lateinischen Wunsch: „Christus mansionem benedicat“, auf deutsch: „Christus segne dieses Haus“.

Ich freue mich, wenn die drei Könige auch dieses Jahr bei mir vorbeischauen und mir den Segen Gottes an die Haustüre schreiben.

Es ist ein Zeichen der Liebe und ein Bekenntnis zu dem, der uns mit seinem Segen beschenken möchte. So wie die Sternsinger mit ihrem Engagement ihrerseits ein Segen sind für die Menschen, für die sie sammeln.

 

Und genau das ist ja meine Aufgabe als Christ. Als gesegneter Mensch soll ich zum Segen für andere werden. So wie Gott es schon dem Vater des Glaubens, Abraham, gesagt hat: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!“

Manchmal geht das ja ganz praktisch. In unserm Gemeindehaus hatte sich zum Beispiel vor zwei Jahren etwas verändert. Auf der Folsterhöhe in Saarbrücken waren im November Flüchtlinge aus Syrien angekommen – alle Kirchen hatten in ihren Gottesdiensten zur Hilfe aufgerufen.

So wurde der Eingangsbereich unseres Gemeindehauses zu einer Sammelstelle für alles, was uns Menschen für die Flüchtlinge brachten. Und die Gemeindeglieder gingen nun seit einigen Wochen am Sonntag durch diese Kleiderkammer zum Gottesdienst. Etwas ungewöhnlich war das schon, zumal wir das Gemeindehaus um diese Jahreszeit normalerweise mit Weihnachtsschmuck dekoriert haben. Nun standen da Tische voll mit Hosen, Pullovern, Hemden, Jacken, Tassen, Gläsern, Teller, Töpfen und Pfannen.  Alles ganz konkrete Zeichen der Liebe!

Und wenn wir die Menschen aus Syrien damit versorgten – dann schauten wir in dankbare Gesichter. Auch sie wurden von Gott gesegnet – das dürfen sie wissen.

Joachim Hipfel