Vor drei Monaten hatte ich einen großflächigen Netzhautabriss am rechten Auge. In der Uniklinik Bonn wurde festgestellt dass kurzfristig eine Operation notwendig war, um das Erblinden zu verhindern. Beim Lasern wurde rechts ein Gas rein gedrückt damit die

Netzhaut wieder anheilt. Die Operation verlief gut, aber ich konnte für 2 Monate – solange das Gas im Auge war – sehr schlecht sehen. Nachdem das rechte Auge wieder vom Gas befreit war, sah ich dann leider alles doppelt, die beiden Augen konnten nicht mehr gleichzeitig benutzt werden! So könnte ich nicht arbeiten!

Die Oberärztin der Sulzbacher Augenklinik sagte, dass sie eigentlich nicht mehr machen konnte: entweder schafft das Gehirn es wieder, die Augen zu koordinieren oder man muss ein Auge stilllegen. Diese Diagnose erschütterte mich zutiefst, denn der Verlust meines Augenlichts hätte weitreichende Auswirkungen auf mein privates und berufliches Leben.

Ich bat unseren Ältestenkreis um ein Gebet nach Jakobus – wie es in unserer Gemeinde angeboten wird, um für Heilung zu beten.

In der Nacht nach diesem Gebet hatte ich dann einen interessanten Traum, durch den ich neu Mut fasste. Er erinnerte mich an Augenübungen aus meiner Kindheit: Ich muss locker bleiben und täglich in kleinen Schritten üben die Augen zu koordinieren!
Am ersten Tag versuchte ich mehrfach unser Gartenhaus zu fixieren, was abends endlich einmal gelang. So ging es Tag für Tag weiter: jeden Tag ein kleiner Fortschritt. Zwei Wochen später war ich wieder bei derselben Ärztin: die festgestellte Doppelsichtigkeit war fast wieder verschwunden!

Gott sei Dank, ich habe das normale Sehen wieder geschenkt bekommen.

Christian Marettek