Ich bin schnell unterwegs. Jetzt geht es über eine Brücke, erst eine Steigung, dann das Gefälle, es kommt eine Rechtskurve, und dann sehe ich plötzlich viele nasse Blätter auf der Straße. Viel zu spät, um angemessen reagieren zu können. Und schon dreht sich mein Auto um die eigene Achse, im VW-Bus ein Erlebnis, das man sich nicht gerade wünscht. Es kommt mir vor wie in Zeitlupe, im Kopf nur noch den Gedanken: gleich kracht’s. Aber nichts dergleichen. Der VV-Bus bleibt auf der Straße, und ich bin mit dem Schrecken davongekommen!

Glück gehabt – oder doch ein paar hellwache Schutzengel in meiner Nähe? Ich konnte nicht anders, als erst einmal rechts ran zu fahren. Durchatmen – ein kurzes Dankgebet – Gott sei Dank!

Gott sei Dank – mein Leichtsinn hatte keine schlimmen Folgen.

In diesem Augenblick fühlte ich mich „von guten Mächten wunderbar geborgen“, wie es in dem bekannten Lied von Dietrich Bonhoeffer heißt.

Gott sei Dank – höre ich auch bei anderen immer wieder – Vielleicht ist es für manche nur eine Floskel.

Aber dieses Stoßgebet könnte auch dafür stehen, dass es in besonderen Situationen mit der Bekundung „Glück gehabt“ nicht getan ist. Dass wir fragen möchten nach dem, der vor Unglück bewahren und Glück gewähren kann.

Gott nahe zu sein ist mein Glück!“ So betet ein Mann namens Asaf in einem Gottesdienst. Aus dem Zusammenhang geht hervor: Asaf wundert sich über die Reichen und Erfolgreichen, die Prahler und Hochmütigen. Warum geht es ihnen, die sich oft rücksichtslos verhalten, besser als ihm? Nicht ohne Neid beklagt er sich zunächst bei Gott, warum diese Menschen vom Glück geradezu verfolgt erscheinen.

Bis ihm in seinem Gebet aufgeht, wie nahe er in seinem Leben Gott kommen darf. Und das dieses Glück nicht an Äußerlichkeiten wie Reichtum und Erfolg gebunden ist. Ja, dass Gottes Nähe auch im Unglück und in der Niederlage erfahren werden kann.

Und plötzlich will Asaf nicht mehr tauschen – Gott ist ihm nahe – der ist sein Glück!

Joachim Hipfel