Zwei Männer sind auf dem Weg nach Hause. Ihre Laune ist auf dem Tiefpunkt. Sie sind mit Jesus von Nazareth unterwegs gewesen, haben über seine Worte und Wunder gestaunt. Sie waren sich ganz sicher – Jesus ist der Messias.

Doch dann sind die Soldaten gekommen – haben ihn verhaftet und ans Kreuz genagelt. Alles vorbei, alle Hoffnungen begraben – also wieder zurück ins alte Leben, denken sich die beiden Männer.

Da läuft plötzlich ein Fremder neben ihnen. Er merkt sofort, dass bei den beiden etwas nicht stimmt. „Was ist passiert?“ fragt er. Die beiden können nicht fassen, dass der Fremde nicht mitbekommen hat, was in Jerusalem geschehen war.

Dann platzt es aus ihnen heraus: „Alle unsere Hoffnungen haben wir auf Jesus gesetzt – und nun ist er tot. Sogar sein Leichnam ist verschwunden. Einige Frauen haben erzählt, dass ihnen ein Engel gesagt hätte, dass Jesus lebt – aber wir haben ihn nicht gesehen!“

Da fragt sie der Fremde: Begreift ihr es denn nicht? Musste nicht all das geschehen, damit sich erfüllt, was Gott verheißen hat? Und dann erzählt er ihnen, was bei Mose und den Propheten über Jesus geschrieben steht.

Schließlich möchte der Fremde sich verabschieden.

Doch die Beiden sagen: Komm doch mit in unser Haus und bleibe bei uns – es ist schon Abend.

Und so kommt er mit. Er setzt sich mit ihnen an den Tisch, betet vor dem Essen, nimmt das Brot, gibt es ihnen und da erkennen sie ihn: Es ist Jesus, der mit ihnen am Tisch sitzt. Doch schon im nächsten Moment ist er wieder verschwunden. Aber mit ihm auch die Hoffnungslosigkeit – die beiden Männer rennen nach Jerusalem und erzählen, dass ihnen Jesus selbst begegnet ist.

Ich mag diese Auferstehungsgeschichte aus dem Lukasevangelium ganz besonders: Da werden Menschen von Jesus begleitet, ohne ihn zu erkennen. Da hören sie ihn ohne zu wissen, wer da eigentlich mit ihnen spricht. Und plötzlich ist es klar – eine vertraute Geste öffnet ihnen die Augen – Sie haben Jesus zum Abendessen eingeladen.

Immer wieder erzählen mir Menschen heute noch, dass sie es auch so ähnlich erlebt haben. Lange bevor sie begannen, bewusst zu glauben, wurden sie begleitet. Immer wieder haben sie von Gott gehört. Und plötzlich sind ihnen Herz und Augen aufgegangen – und sie glaubten.

Joachim Hipfel